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wie schön, dass du bei unserer September-Ausgabe 2026 dabei bist! 😊
Ich hoffe, du erlebst einen schönen Herbstanfang.
In den letzten Tagen habe ich viel über Menschlichkeit und KI nachgedacht. |
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Mehr Mensch, nicht weniger Maschine |
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Flughafen-Café: am Nebentisch saß ein Pärchen.
Beide mit Handys.
Er tippte. Sie scrollte. Zwischendurch ein Schluck Kaffee.
Irgendwann legte sie ihres mit dem Display nach unten auf den Tisch und fixierte ihn.
„Jetzt erzähl mal.“
Er legte das iPhone auch weg.
Ich musste schmunzeln.
Eigentlich eine völlig banale Szene. Und trotzdem blieb sie mir im Kopf. |
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Wir haben ein unglaubliches Werkzeug bekommen
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Während die beiden endlich miteinander redeten, vibrierte mein Handy.
Eine beauftragte Analyse war fertig.
KI ist inzwischen zu einer Art dritten Gehirnhälfte für mich geworden.
Manchmal ist sie einfach ein verflixt schnelles Helferlein. Sie sucht, sortiert, fasst zusammen und erledigt in Minuten, was mich früher Stunden gekostet hätte.
Spannender wird es, wenn wir uns an einem Gedanken festbeißen. Wenn ich widerspreche, nachbohre, eine Antwort wieder verwerfe. Wenn aus einer ersten Idee nach und nach etwas entsteht, das vorher weder die Maschine noch ich im Kopf hatten.
Und inzwischen entwickeln wir so tatsächlich gemeinsam neue Anwendungen, die es ohne diese Zusammenarbeit nicht gäbe.
Das fasziniert mich.
Und es schenkt mir Zeit.
Nur: Was mache ich eigentlich mit dieser Zeit? |
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Wofür nutzen wir die gewonnene Zeit? |
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Ich wünsche mir: für das Menschliche.
Für Gespräche mit umgedrehtem Handy.
Für Zuhören. Nachdenken. Widersprechen.
Für Auseinandersetzungen mit anderen – und mit uns selbst.
Denn während Maschinen immer besser sprechen lernen, produzieren wir Menschen selbst immer mehr Worte.
Mails. Posts. Nachrichten. Kommentare. Ein permanentes Rauschen.
Aber reden wir deshalb besser miteinander?
Vor wenigen Tagen sagte Isabelle Delling in unserem Podcast-Gespräch zwei Sätze, die bei mir hängen geblieben sind:
„Reichweite ist keine Beziehung.“
„Reaktion ist keine Antwort.“
Das saß!
Wir senden und reagieren in einer Geschwindigkeit, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war.
Aber eine Reaktion braucht nur einen Impuls. |
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Eine Antwort braucht mich |
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Jetzt steigt die Spannung in unserem Gespräch.
Isabelle wirft die „geistige Autonomie“ hinein.
Sich selbst wahrnehmen. Denken, bewerten.
Und erst dann sprechen.
Denn noch bevor wir einen Satz formulieren, haben wir längst eingeordnet, verglichen, gefühlt. Unsere Worte kommen nicht aus dem Nichts.
Sie kommen aus uns.
Und dann sagt Isabelle einen Satz, bei dem ich wieder hängen bleibe:
„Ein formulierter Gedanke ist noch kein gedachter Gedanke.“
Wow – das ist stark!
Denn KI kann mir heute in Sekunden einen klugen Gedanken formulieren.
Aber gedacht habe ich ihn deshalb noch lange nicht.
Genau diese Grenze sollten wir nicht aus den Augen verlieren. |
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Mehr davon? |
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Über Sprache und Präsenz, Führung und Vertrauen – und natürlich darüber, was KI mit all dem macht – haben Isabelle und ich weiterdiskutiert.
Die neue Folge von Werte-Impulse (#172) heißt:
„Warum das Wort nicht sterben darf – was bleibt vom Menschen, wenn Maschinen sprechen?“
→ Hier geht’s zur Folge, heute frisch On Air:
Werte-Impulse mit Dr. Ulrich Vogel | Personaldiagnostik Insights – Leadership, Assessments und Personalentwicklung | Podcast on Spotify
Interessanterweise führte mich ein Gespräch nur eine Woche zuvor an einen ganz ähnlichen Punkt. Obwohl es um etwas völlig anderes ging.
Werner Katzengruber beschäftigt sich intensiv mit jungen Menschen und ihrer Orientierung in einer Welt voller Möglichkeiten.
Drei Fragen stehen für ihn dabei im Mittelpunkt:
Wer bin ich?
Was will ich?
Wie möchte ich leben?
Sind das nicht genau die Fragen, die wir beantworten können müssen, wenn wir unsere geistige Autonomie behalten wollen? |
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Der vergoldete Käfig |
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Werner hat dafür ein Bild, das ich sehr treffend finde: den „vergoldeten Käfig“.
Noch nie standen jungen Menschen so viele Türen offen. Studiengänge, Berufe, Lebensmodelle. Die ganze Welt auf dem Display.
Und gleichzeitig rauscht sie dort pausenlos vorbei.
Der nächste Feed. Das nächste Video.
Alles ist da – nur die eigene Richtung wird dabei nicht klarer.
Werner will junge Menschen deshalb nicht möglichst schnell in einen Beruf lotsen. Erst einmal sollen sie sich selbst besser kennenlernen. Ausprobieren. Erleben, statt sich etwas zusammenzufantasieren.
Darüber sprechen wir in:
„Der vergoldete Käfig: Wenn junge Menschen vor lauter Möglichkeiten die Richtung verlieren.“
→ Hier geht’s zur Folge (#171):
Folge 171 | Der vergoldete Käfig: Wenn junge Menschen vor lauter Möglichkeiten die Richtung verlieren – Werner Katzengruber im Gespräch. - Profiling Values Podcast
Zwei ziemlich unterschiedliche Gespräche innerhalb einer Woche.
Und beide haben mich mit demselben Gedanken zurückgelassen:
Je mehr uns die Technik abnimmt, desto wichtiger wird das, was wir selbst nicht aus der Hand geben sollten. |
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profilingvalues Community Corner |
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Am 17. November treffen wir zertifizierten Anwender:innen uns wieder zum profilingvalues-Präsenzworkshop in München.
Agile Agenda, konkrete Fälle, diskutieren, ausprobieren – und genügend Zeit für den Austausch dazwischen.
Ein paar wenige Plätze sind noch frei. Wenn du dabei sein möchtest, melde dich gerne bei uns (einfach mir hier antworten).
Und weil das Jahr schneller vorbeigeht, als man denkt: Unsere Terminübersicht 2027 ist fertig.
→ Alle Termine 2027: Terminübersicht profilingvalues 2027.pdf
Damit zurück zum Flughafen-Café.
Am Nebentisch flogen zwei Sätze hin und her, dann lachten beide.
Die Handys lagen auf dem Tisch.
Umgedreht.
Herzlich
Uli
P.S.: Wenn du den Newsletter an jemanden weiterleiten magst, freue ich mich sehr. Vielleicht passt das Thema ja gerade gut.
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